Doktorandenkolleg: Klinische Psychologe (2006 - 2011)

Sprecher
Prof. Dr. Franz Petermann

Kollegkoordination
Prof. Dr. Ute Koglin (bis 31.10.2010)
Dr. Anne Toussaint (seit 01.11.2010)

Laufzeit
01.09.2006 - 31.03.2011

StipendiatInnen
Julia Danielsson, Linda Pauline Fröhlich, Johanna Helmsen, Julia Kastner, Christine Ortbandt, Stefan Rücker, Lars Tischler, Jan Witthöft

Forschungsprogramm des Doktorandenkollegs

Die Klinische Kinderpsychologie entstand als Teildisziplin der Psychologie an der Schnittstelle zwischen Klinischer Psychologie und Entwicklungspsychologie. In Abgrenzung zur Entwicklungspsychologie, die sich mit der normalen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen beschäftigt, untersucht die Klinische Kinderpsychologie die Entstehung und Auswirkungen von psychischen Störungen.

Die Fragestellungen aus dem Bereich der Klinischen Kinderpsychologie nehmen Bezug auf die Tatsache, dass Kinder und Jugendliche in ihrem Entwicklungsverlauf altersspezifische Aufgaben und Anforderungen bewältigen müssen und zudem von ihren erwachsenen Bezugspersonen abhängig sind. Aus diesen Konstellationen ergeben sich spezifische Fragestellungen, mit denen sich die Klinische Psychologie des Erwachsenenalters nicht auseinandersetzen muss. Im Folgenden werden einige Fragestellungen beispielhaft aufgelistet.

  • Welche Merkmale bilden Frühindikatoren für psychische Störungen und wie früh kann man solche „Vorläufer“ zuverlässig bestimmen?
  • Welche entwicklungs- bzw. altersbedingten Vulnerabilitäten kennzeichnen die frühe Entwicklung eines Kindes und aufgrund welcher Mechanismen treten Entwicklungsabweichungen auf?
  • Von welchen Bedingungen hängt die psychische Widerstandsfähigkeit eines Kindes im Kontext der Alltags-, Krankheits- und Krisenbewältigung ab?
  • Welche Faktoren bestimmen das Belastungsempfinden und die Bewältigungskompetenz eines Kindes und wie wird dies durch familiäre Prozesse moderiert?

Diese und ähnliche Fragestellungen wurden im Rahmen des Kollegs spezifiziert und bearbeitet. Die Klinische Kinderpsychologie wendet sich gemeinsam mit ihren Nachbardisziplinen vor allem der Ätiologieforschung, der Diagnostik und der Intervention zu. Für die Anwendungsgebiete lassen sich die folgenden Bereiche unterscheiden:

  • Prävention und Gesundheitsförderung im Kindesalter
  • Klinische Kinderneuropsychologie
  • Pädiatrische Psychologie
  • Kinderpsychotherapie
  • Kinderrehabilitation

Den StipendiatInnen wurde eine theoretische und empirische Fundierung ihrer Arbeit auf Basis dieser Schwerpunkte ermöglicht, wobei gleichzeitig ein Praxisbezug hergestellt wurde. Durch den Praxistransfer hatten die StipendiatInnen die Möglichkeit, Fertigkeiten und Kompetenzen zur diagnostischen oder therapeutischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen aufzubauen. Hierzu wurde den StipendiatInnen je nach inhaltlicher Ausrichtung die Möglichkeit zur aktiven Mitarbeit oder Hospita