Beschwerdenvalidierung in der medizinischen Rehabilitation

Leitung
PD Dr. Axel Kobelt
Prof. Dr. Franz Petermann

Mitarbeiterin
Dipl. Psych. Franziska Walter

Zeitraum
01.01.2012 - 31.12.2014

Finanzierung
Deutsche Rentenversicherung Braunschweig-Hannover

Zusammenfassung
Bei der Begutachtung von psychischen Störungen - beispielsweise bei Anträgen für die Berentung auf Grund einer vollen Erwerbsminderung - kann es durch unterschiedliche Fehlerquellen zu Verzerrungen des wirklichen Beschwerdenbildes kommen (Dohrenbusch, Henningsen & Merten, 2011). Patienten können möglicherweise Symptome übertreiben bzw. ausweiten, um gewisse Ziele zu erreichen (z.B. eine frühzeitige Berentung). Symptomskalen, Persönlichkeitsfragebögen und Leistungstests sind sehr transparent, somit ist die Zielrichtung der Verfahren auch für Laien leicht durchschaubar und für Verzerrungen anfällig. Aus einer falschen Beurteilung der Leistungsfähigkeit können erhebliche volkswirtschaftliche Kosten resultieren (Schneider, 2007). Daher sind Beschwerdenvalidierungstests (BVT) in der sozialmedizinischen Begutachtung ein immer mehr gefordertes Standardverfahren. Es ist das Anliegen dieses Projekts einen BVT zu entwickeln, der für psychische Erkrankungen (z.B. Depression) sowie für die Patienten der Rehabilitation geeignet ist. Die Validierung des Verfahrens stellt eine methodische Schwierigkeit dar (Kool, Meichtry, Schaffert & Rüesch, 2008), da Simulation und Aggravation naturgemäß nicht direkt erfragt werden können. Außerdem liegt für die indirekte Erfassung kein Goldstandard vor. Aus diesem Grund wurde sich im Rahmen des Projekts für eine Analogstudie entschieden, die sich an bewährte Studien zur Entwicklung der BVT von Blaskewitz und Merten (2006) sowie Tydecks, Merten und Gubbay (2006) anlehnt.

Volltext (PDF)
Beschwerdenvalidierung in der medizinischen Rehabilitation. Forschungsbericht 2005-2012