WISC-IV (ehemals HAWIK-IV)

Wechsler Intelligence Scale for Children - Fourth Edition

Testgütekriterien

Normierung
Die Normen basieren auf den Leistungen von 1.650 Kindern aus der Bundesrepublik Deutschland, Österreich und der deutschsprachigen Schweiz.

Reliabilität
Die Reliabilitäten der Untertests liegen zwischen r = .76 und r = .91 und auf Indexebene zwi-schen r = .87 und r = .94. Für den Gesamtwert beträgt die Reliabilität r = .97.

Validität
Es liegen verschiedene Studien zur Validität vor, die im Manual zur WISC‐IV publiziert wurden (Petermann & Petermann, 2011):

  • Kinder mit Hochbegabung
  • Kinder mit Intelligenzminderung
  • Kinder mit Aufmerksamkeitsstörung
  • Kinder mit Lese‐Rechtschreibstörung

Weitere Studien:

  • Kinder mit Migrationshintergrund (Daseking, Lipsius, Petermann & Waldmann, 2008)
  • Unterschiede zwischen Kindern aus Deutschland und der deutschsprachigen Schweiz (Grob, Petermann, Lipsius, Costan‐Dorigon & Daseking, 2008)

Objektivität
Zuverlässige Ergebnisse erfordern eine standardisierte Durchführung des Testes. Neben einer entsprechenden Ausbildung und ausreichend praktischer Erfahrung im Umgang mit Testverfahren und in den speziellen Anforderungen einer Diagnostik bei Kindern und Jugendlichen ist es notwendig, sich intensiv mit den Materialien und der Testdurchführung des
HAWIK‐IV auseinanderzusetzen.
Fehler in der Durchführung und Auswertung des Testes führen dazu, dass die Leistungen eines Kindes nicht adäquat eingeschätzt werden. Es liegen verschiedene Studien vor, die typische Fehler auflisten (siehe unten). Erstmals enthält auch das Handbuch zur WISC‐IV eine entsprechende Auflistung typischer Fehler. In welcher Weise sich Durchführungs‐ und Auswertungsfehler auf das Testergebnis auswirken können, zeigen Lipsius, Petermann und Daseking (2008) anhand von Fallbeispielen.

Durchführungsobjektivität

Hinweise zur Durchführung in der WISC‐IV (vgl. Lipsius et al., 2008, S. 111)

  • Korrigierenden Rückmeldung bei fehlerhafter Bearbeitung der Lernaufgaben nicht vergessen.
  • Hinweise geben, so wie sie im Manual vorgegeben sind.
  • Hilfestellungen nur einsetzen, wo Hilfen erlaubt sind.
  • Richtige Lösung nicht mitteilen und keine Rückmeldung geben, ob Lösung richtig oder
  • falsch ist..
  • Umkehrregel bei fehlerhafter Bearbeitung einer der ersten beiden Aufgaben eines Unter-tests
  • mit altersspezifischen Startpunkten anwenden.
  • Altersspezifische Startpunkte berücksichtigen.
  • Abbruchregel beachten.
  • Bei den Untertests mit Zeitbegrenzung auf korrekte Zeitnahme achten.
  • Aufgabenstellung bei Untertests des Index AGD nicht wiederholen.
  • Nachfragen, wenn es vorgegeben ist.
  • Beim Vorlesen der Zahlen/Buchstaben bei den Untertests ZN und BZF darauf achten,
  • nicht zu gruppierten und nicht zu schnell/langsam vorzulesen.
  • Richtige Version bei Symbol‐Suche und Zahlen‐Symbol‐Test vorgeben.
  • Beim Durchstreich‐Test immer beide Aufgabenteile vorgeben.

Auswertungsobjektivität

Mögliche Auswertungsfehler in der WISC‐IV (vgl. Lipsius et al., 2008, S. 111)

  • Nicht‐Berücksichtigung der Aufgaben vor dem altersspezifischen Startpunkt bei der Berechnung
  • der Rohwertsumme,
  • fehlerhafte Bewertung der Antworten in den sprachlichen Untertests,
  • fehlerhaftes Zusammenrechnen der Rohwertpunkte,
  • Ablesen der Wertpunkte in der Umrechnungstabelle einer falschen Altersgruppe,
  • fehlerhaftes Übertragen der Wertpunkte auf den Protokollbogen.